Viertelfinale
(Spiel für 11 Streicher und Dirigenten/Referee)
von Chris Jarrett
Viertelfinale
ist speziell für Veranstaltungen im Rahmen
der Fußballweltmeisterschaften 2006 in Deutschland konzipiert worden.
Mit der musikalischen Abstraktion eines Spiels will der Komponist
Menschen erreichen, die sonst wenig mit Fußball zu tun haben,
und gleichzeitig die Spannung auf dem Feld in die Konzerthalle tragen.
Die 11 Streicher
(evtl. plus 2 Ersatzspieler) erlernen eine Reihe von Motiven
mit welchen das Spiel vor sich geht. Diese Motiven stehen
für genaue Aktionen wie "Pass", "Foul",
"Verteidigungshaltung", "schnelles Rennen",
"Tor des Teams", "Tor des Gegners",
"Zweikampf", "Schwalbe", etc.
Der Dirigent/Referee,
der auch eine Trillerpfeiffe benutzt, lenkt das Spiel
mit einer geschickten Zeichensprache (z.T. aus dem Fußball entliehen)
und ordnet den Spielern ihre Aktionen zu. Dadurch ist jede Aufführung
anders und das Team kann gewinnen oder verlieren. Bei den ersten
Aufführungen mit einem Ensemble dürfte es nötig sein, sich
auf einen Phasenplan zu einigen, damit die musikalische Klarheit nicht
durch Unsicherheit gefährdet wird. Jeder Dirigent kann mit seinem
Ensemble die Notwendigkeit oder Vorteilhaftigkeit eines Plans selbst
beurteilen. Da hier die Musik die Hauptrolle spielt, kann sogar ein
verlorenes Spiel erfolgreicher sein als ein gewonnenes.
Spieler, die eine rote Karte bekommen haben, müssen die Bühne
verlassen. Was aber unbedingt vermieden werden sollte, ist eine
Verkleidung der Musiker (im Fußball-Dress), weil damit der Reiz
der Abstraktion verloren geht. Auch zusätzliche
schauspielerische Effekte würden wahrscheinlich den Sinn
der Musikalisierung unterwandern.
Die Dauer des Stückes kann von Mal zu Mal variieren,
aber es wird klug sein, die Motive nicht abnutzen zu lassen.
12 bis 15 Minuten dürften im Normalfall reichen, um die
Spannung aufzubauen und auf Sieg oder Niederlage zu steuern.